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Ruth Gogoll - Schrifstellerin und Verlegerin

Die Rosen von Avelyn – Kapitel 6

Die Gemächer der Königin lagen im südlichen Flügel des Schlosses. Vor den Türen standen Wachen, die beim Näherkommen der Frauen ihre Hellebarden anhoben.

Ein Diener öffnete, und sie betraten ein Vorzimmer, in dem mehrere Hofdamen an den Fenstern saßen. Ein älterer Herr stand mit einem Bündel Schriftstücke vor einem Tisch und verstummte, sobald er Ilara bemerkte.

Alle Blicke richteten sich auf sie, und Ilara widerstand dem Wunsch, den Schmutz von ihrem Rock zu streichen. Es hätte ohnehin nichts genützt.

Lady Beresford nickte dem Diener zu, der vor der nächsten Tür stand, und er öffnete sie und verkündete laut: »Die Kronprinzessingemahlin, Eure Majestät.«

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Die Rosen von Avelyn – Kapitel 5

Immer noch wütend kam Ilara vor den Toren des Schlosses an, die unverzüglich für sie geöffnet wurden. Zunächst hatte sie Silbermond langsam gehen lassen, doch schließlich hatte sie die Stute zum Galopp angetrieben, einfach weil sie ihren eigenen Ärger loswerden wollte.

Was bildete Livia sich eigentlich ein?

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Die Rosen von Avelyn – Kapitel 4

Als Ilara losgeritten war, hatte sie nicht gewusst wohin. Doch kaum hatte sie das Schloss verlassen, sah sie Hufspuren auf dem Boden des Waldes, der das Schloss an drei Seiten umgab. Zwei Pferde nebeneinander.

Wer konnte das wohl sein? Na, das war wohl keine Frage. Livia und Lady Imogen, wer sonst? Ihr Gesicht erglühte.

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Die Rosen von Avelyn – Kapitel 3

»Prinzessin Ilara!« Eine junge Frau kam Ilara mit wehenden Röcken hinterhergelaufen, was schon allein ein äußerst ungewöhnlicher Anblick war, denn Damen bewegten sich normalerweise nur in sehr gemessener Geschwindigkeit. »Wo wollt Ihr hin?«

Erstaunt blieb Ilara auf dem Gang stehen und drehte sich um. »Ich kenne das Schloss noch nicht. Ich würde es gern kennenlernen.«

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Die Rosen von Avelyn – Kapitel 2

Wie immer erwachte Ilara früh. Sie war einer jener Menschen, die es gar nicht erwarten konnten, dass der Tag anfing. Doch kaum hatte sie die Augen aufgeschlagen, fiel ihr auf, dass irgendetwas anders war. Nicht anders als in den letzten Tagen, als es ein Gasthaus gewesen war, in dem sie erwachte, jeden Tag ein anderes. Nein, irgendwie anders anders.

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Die Rosen von Avelyn – Kapitel 1

Als die Tore des Schlosses sich vor ihnen öffneten, wusste Prinzessin Ilara, dass es von diesem Augenblick an kein Zurück mehr gab.

Es hatte niemals eines gegeben, doch bis zum heutigen Tag war ihr noch nie so ganz klar gewesen, was das bedeutete. Eine Kutschenfahrt von einer Woche hatte sie hierhergebracht, in ein fremdes Land, an einen fremden Hof, zu einer Frau, die sie nicht kannte und die noch heute ihre Ehefrau werden sollte.

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