
Schreibblockade oder falsche Abzweigung?
Es ist der dritte Tag, an dem nichts vorangeht.
Es ist nicht dieses Erschrecken vor der leeren Seite, von dem immer alle reden. Ich sitze da, ich schreibe sogar, ich bringe Sätze zustande. Sie sind nur tot. Ich lese sie am nächsten Morgen und weiß, dass sie weg müssen, und das Schlimmste daran ist, dass ich nicht sagen könnte, was mit ihnen nicht stimmt.
Wieso ist die Mitte eines Romans so schwierig?
Ich erlebe es immer wieder: Der Anfang eines Romans schreibt sich praktisch von selbst, und dieser Schwung trägt mich über die ersten Kapitel hinweg, ohne dass ich viel tun muss. Neue Figuren, ein neues Setting, eine neue Fragestellung, ein neuer Konflikt, alles ist spannend, muss erst noch entwickelt und erforscht werden.
Mit der Hand schreiben und die Kreativität
Das Thema mit der Hand schreiben kommt anscheinend immer wieder auf, Jahr für Jahr. Es gibt eine Menge YouTube-Videos dazu und Blogartikel, und auch in Schriftstellerforen lese ich das öfter. Mit der Hand zu schreiben soll angeblich die Kreativität fördern.
Wozu noch schriftstellerisches Handwerk in Zeiten der KI?
Wir sind alle Kinder unserer Zeit, ob wir wollen oder nicht. Das heißt, ob wir wollen oder nicht, wir leben in Zeiten der KI. Das Ganze ist ziemlich plötzlich über uns hereingebrochen, und gerade wir Älteren haben das zu Anfang glaube ich nicht so richtig ernstgenommen. Ich jedenfalls nicht.
Warum fühle ich meine Geschichte nicht?
Vor Kurzem stellte eine schreibende Kollegin in der Werkstatt eine Frage, die mich zunächst irritiert hat. Sinngemäß schrieb sie: Sie kommt bei keinem ihrer Projekte über den Anfang hinaus. Das erste Kapitel steht, sie ist zufrieden damit. Aber sobald sie überlegt, wie es weitergehen soll, fühlen sich die Ideen, die eigentlich in die Geschichte passen würden, für sie falsch an.
Von der Genieästhetik zur KI
Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk hat eine KI-Debatte losgetreten, mit der sie wohl selbst nicht gerechnet hatte
Und das alles nur, weil sie beiläufig – eigentlich mehr im Scherz – die Bemerkung hat fallenlassen, dass sie ihrem KI-Chatbot manchmal eine Idee zur Analyse hinwirft und fragt: „Liebling, wie können wir das wunderbar weiterentwickeln?“